Alltagshelden

09. März 2015

Als ich den Reisevortrag „Mit dem Fahrrad von Los Angeles nach Key West“ von Hermann Plasa in der Volkshochschule München besuche, bin ich doch etwas erstaunt. Der Referent ist der wohl fitteste Radler, den ich kenne und ich hatte mir im Vorfeld überlegt, wer denn einen solchen Vortrag besucht. Nach meiner Überzeugung: ebenfalls fitte Supersportler, die sich in Vorbereitung einer ähnlichen Tour die nötige Inspiration abholen möchten. Doch diese Spezies ist eindeutig in der Minderzahl. Ich treffe auf ganz viele rüstige Rentner, die den Reisevortrag als spannende Gute-Nacht-Geschichte genießen. Die selbst überhaupt nicht vorhaben, ähnliches zu tun. Sie wollen in Gedanken reisen. Und es ist ihnen sehr recht, wenn sie nur die Abenteuer und Freuden gedanklich mitnehmen und sich jemand anders stellvertretend schindet und Gefahren im Fahrradweg-losen Amerika auf sich nimmt.

Auch die Hamburger Journalistin Meike Winnemuth taugt als persönliche Heldin. Nicht nur, weil sie es wagt, einen aberwitzigen Traum zu träumen, sondern, weil sie ihn in Angriff nimmt. Ein Jahr auf Weltreise – ohne Geld-verdienen-müssen, ohne Stress. Die einzige Chance zur Verwirklichung sieht sie, sich bei Günther Jauchs TV-Format „Wer wird Millionär?“ zu bewerben. Sie nimmt die Mühe auf sich, bewirbt sich, schafft es Ende 2010 tatsächlich auf den Kandidaten-Stuhl und gewinnt eine halbe Million Euro. Zaudert nicht lange und macht sich Anfang 2011 auf den Weg. Lange vorher hat sich Meike Winnemuth mit ungewöhnlichen Experimenten (z.B. ein Jahr lang das gleiche blaue Kleid zu tragen) in ihrem Blog eine wachsende Fan-Gemeinde erarbeitet. Diese begleitet die Journalistin virtuell auf Weltreise, nimmt teil, freut sich mit, muntert auf, stellt Aufgaben und feiert ihre Heldin. Das Buch „Das große Los. Wie ich bei Günther Jauch 500.000 Euro gewann und einfach losfuhr“ wird anschließend ein Megabestseller. Übrigens zu Recht, es ist ein klasse Buch!

Heldin Winnemuth macht ihrem Namen alles Ehre und geht das nächste „unmögliche“ Projekt an: die vielreisende Singlefrau, Anfang 50, schafft sich einen Hund an. Foxterrier Fiete begleitet sie auf Deutschlandtour. So weit, so gut. Die Leser lieben Meike Winnemuth. Doch dann wird sie den hoch gestellten Erwartungen nicht mehr gerecht. Sie bricht die Deutschlandreise ab, denn „das Heimweh ist zum ersten Mal größer als die Reiselust“. Viele Fans reagieren stocksauer.
Ich glaube, dass es manchmal mehr Mut kostet, eine Sache abzubrechen, als sie auf Gedeih und Verderb durchzuziehen. Wie heißt es so schön: Wenn der Gaul tot ist, sollte man absteigen.

Und noch ein Beispiel: der deutsche Blues- und Rocksänger Andreas Kümmert ist nicht nur gänzlich unbekannt, als er 2013 bei der Gesangs-Castingshow The Voice of Germany mitmachte, er entsprach auch überhaupt nicht den Erwartungen an einen coolen Rockstar: Introvertiert, bescheiden, übergewichtig, keine Schönheit, bestenfalls unauffällig. Seine Wirkung entfaltet sich, sobald er anfängt zu singen. Hürde über Hürde überspringt er und gewinnt nicht nur den Titel „The Voice of Germany“, sondern auch viele, viele Herzen der Zuschauer. Jetzt gerade, im März macht er mit bei der deutschen Vorentscheidung des „European Song Contests 2015“ und wieder gewinnt er. Er darf Deutschland vertreten. Die Fans rasten aus vor Freude. Doch dann der Eklat: Kümmert sagt vor einem Millionen-Live-Publikum ab. Fühlt sich dem ganzen nicht gewachsen und übergibt seinen Preis der Zweit-Gewählten. Es hagelt Buh-Rufe. Die Fans sind enttäuscht. Ihr Held, hat ihre Sache vertreten und macht sich dann so einfach vom Acker. Über die Gründe des Sängers wird gerade eifrig spekuliert. Nichts Genaues weiß man nicht.
Aber die deutschen Ansprüche an ihre Helden sind groß: es muss passen wie ein Handschuh. Ein menschlicher Makel, ein kleiner Fehler, eine nicht getroffene Erwartung und schon „ist man gestorben“.

Helden sind auch nur Menschen. Lasst uns großzügig sein!

Die Helden unserer Kindheit haben wir doch am meisten geliebt, wenn sie nicht perfekt waren, oder? Donald und Daisy Duck, bezaubernde Jeannie, Popey der Seemann, Biene Maja, Wicki, Mr. Spock …
In dem Sinne – zauberhafte Tage wünscht Ihnen und Dir

Monika Scheddin

P.S Wer die mehr als inspirierenden Reisevorträge von Hermann Plasa erleben will: 19. + 26. April 2015 in der Münchner Volkshochschule (Gasteig), 18.00 Uhr 

 

demnächst wieder aktuelle Veranstaltungen auf meiner Homepage

05. März 2015

Liebe Kunden und Interessenten,

meine Website wird gerade neu gemacht. Das dauert noch ein wenig.

Ich hoffe, dass ich ab April im Web neu glänzen kann.

Und dann gibt es auch wieder aktuelle Veranstaltungshinweise.

Für die Geduld bedankt sich Ihre und Eure

Monika Scheddin

 

Die ideale Führungskraft

05. März 2015

Ein Hamburger Politiker beschrieb, was eine Führungskraft optimalerweise mitbringen sollte:

"die Würde eines Erzbischofs, die Selbstlosigkeit eines Missionars, die Beharrlichkeit eines Steuerbeamten, die Erfahrung eines Wirtschaftsprüfers, die Arbeitskraft eines Kulis, den Takt eines Botschafters, die Genialität eines Nobelpreisträgers, den Optimismus eines Schiffbrüchigen, die Findigkeit eines Rechtsanwaltes, die Gesundheit eines Olympiakämpfers, die Geduld eines Kindermädchens, das Lächeln eines Filmstars und das dicke Fell eines Nilpferds."*

So eine Führungskraft wird man vergeblich suchen. Hoffentlich. 
Denn was ich in der Beschreibung vermisse, ist das echte Interesse am Menschen, Fehlerkultur, Menschlichkeit und vor allem Humor.

Und trotzdem zeigt dieses Zitat, wie hoch die Anforderungen an Führungskräfte sind. Noch dazu, wenn die eigentliche Führungsaufgabe im Zeitplan nur nebenbei läuft.

Für mich hat eine gute Führungskraft einen für Mitarbeiter deutlich erkennbaren Führungstil. Sie ist reflektiert, kennt ihre Stärken und Schwächen. Arbeitet an sich. Mag Menschen oder begegnet ihnen zumindest mit Respekt. Zeigt die Marschrichtung auf und sorgt für eine gute Stimmung inklusive Feierkultur.

Menschen kommen in eine Firma wegen einer Position und verlassen dieselbe wegen einer Person.

Diesen Spruch habe ich gefunden, leider ist die Quelle unbekannt:

"Ich gehe genau diesen Weg nur ein einziges Mal. Alles  Gute und Freundliche, das ich irgendeinem Menschen erweisen kann, möchte ich deshalb gleich tun und nicht verschieben. Denn ich werde diesen Weg kein zweites Mal gehen."

Ich glaube nicht, dass man dies immer beherzigen kann. Und unter Stress werden wir keinen einzigen Gedanken daran verschwenden. Wenn wir uns jedoch ab und zu an diesen Satz erinnern und gleichzeitig dem Stress möglichst oft aus dem Weg gehen, ist dies doch ein guter Anfang, finde ich!

In dem Sinne wünscht Ihnen und Euch einen unvergleichlichen Tag

Monika Scheddin


* Quelle Zitat: F. Schulz von Thun im Interview mit Dr. Bernhard Pörksen, Managerseminare Jan. 2014

Wenn ein Autor die Menschen nicht mag, dann mögen die Leute auch seine Geschichten nicht.

02. Februar 2015

Ich besuchte einmal an der Universität New York einen Kurs darüber, wie man Kurzgeschichten schreibt. Ein Redakteur erklärte uns, dass er irgendeine der Geschichten, die täglich zu Dutzenden auf seinem Schreibtisch landen, herauspicken könne und nach den ersten Sätzen schon spüre, ob ihr Verfasser die Menschen liebt oder nicht.
"Wenn ein Autor die Menschen nicht mag", sagte er, "dann mögen die Leute auch seine oder ihre Geschichten nicht."

Dale Carnegie in seinem Buch "Wie man Freunde gewinnt". Ein unglaublich zeitgemäßes Buch, das bereits 1937 erschien. Ein Muss für alle Qualitätsnetworker!

Für mich gibt es zwei Modediktate …

26. Januar 2015

 

  1.  Ich halte mich an Dresscodes, schon aus Respekt.
  2.  und: der Kopf muss zum Körper passen. Eine Erwachsene kann kein Kleinmädchenkleid anziehen.

Ein Zitat von Iris Berben – die nicht umsonst für ihren Stil gelobt wird.

 

Zeichnung aus: Wecke die Diva in dir. Erfolgreich mit Glamoureffekt. Kösel-Verlag.

welches Networking-Medium benutze ich wofür?

19. Januar 2015

Es ist völlig in Ordnung, digital Kontakt aufzunehmen – daber dann sollte man so schnell wie möglich die Ebenen wechseln und sich "in echt" begegnen.

Außerdem gilt: Positive Nachrichten kann man getrost per SMS verschicken, negative oder ambivalente nicht. Das gibt nur Ärger.

Sehr gerne zitiere ich hier Wolfgang Paetzold – es entspricht auch meiner Erfahrung.

Gerade Kontakte via Xing oder Facebook kommen über die oberflächliche Phase nur hinaus, wenn sie gefordert werden: ein Feedback, eine Bitte, eine Frage, ein Glückwunsch, eine Idee.

Also: Gelegenheiten schaffen und nutzen.

Wonach googlen Menschen?

12. Januar 2015

Wer etwas anbietet, sollte es so tun, dass es die Menschen, die es brauchen, auch finden und verstehen.

Ein schönes Beispiel von Thomas Göller:

Wenn Ihr Hund humpelt, wonach googlen Sie? Doch nicht "Tierarzt". Sie geben in die Suchmaschine ein: "Hund humpelt".

Kunden suchen eine Lösung für ihr Problem oder wollen sich einen Wunsch erfüllen. Verkaufen Sie also keine Prozesse oder Methoden.

Frauen müssen aufhören, sich an die Männerwelt anzupassen!

02. Januar 2015

Wie schön, wenn man sich "zwischen den Jahren" etwas Zeit gönnt, aufzuräumen. Nicht selten wird man mit inspirierenden Fundstücken belohnt.

So habe ich einen schönen Artikel von Evelyn Roll in der Süddeutschen Zeitung gefunden, in der sie über das "International Women Forum" (IWF)  im Mai 2014 in Berlin berichtet.

Anka Wittenberg, Senior Vize und "Chief Diversity & Inclusion Officer" bei SAP wird so zitiert:

Frauen müssen aufhören, sich an die Männerwelt anzupassen. Es geht nur umgekehrt: Die Systeme müssen sich anpassen, sich ändern, um für Frauen attraktiv zu sein. Bereits 2015 fehlen allein in der IT-Branche 900.000 Fachleute.

Und weiter schreibt Evelyn Roll:

"Sehr fein wurde dann auch das dumme Argument auseinandergenommen, dass deutsche Firmen und Organisationen ja jetzt so heftig Frauen für Führungspositionen suchen, und dann will es wieder keine machen. Damit wird Frauen für etwas die Schuld gegeben, wofür sie nichts können: dass sie sich in rein männlich funktionierenden Systemen langweilen. "

So einfach und klar hat es noch niemand ausgedrückt. Respekt!

Mein Rat an die "Jungs": Sucht nicht weiter, findet einfach! Kann doch nicht so schwer sein!

Ich denke dabei auch an die nahezu rein männlich besetzten Talk-Runden in TV oder bei Wirtschaftskongressen, wo sich "einfach keine kompetenten Frauen finden ließen".  Wird "kompetent" dabei übersetzt mit "kenn' ich"? Ich wundere mich schon sehr, denn immerhin gibt es Plattformen wie Regina Mehlers Women Speaker Foundation mit mehr als 500 Profilen von Rednerinnen und Fachexpertinnen.

Ich bin jetzt seit zwanzig Jahren als Rednerin & Coach tätig und blicke zuversichtlich ins neue Jahr. Die aktuelle Wirtschaftslage spielt uns Businessfrauen viele Chancen zu und wir werden sie fröhlich und kompetent ergreifen. 

In dem Sinne: Happy 2015!

Ihre und Eure

Monika Scheddin

Selbstmarketing gehört zu einem professionellen Auftritt

15. Dezember 2014

am 19. November ´14 durfte ich gemeinsam mit Christiane Wolff zum 2. Mal das Ebay Women Network betreuen: von Konzept bis zur Durchführung.

Das zentrale Thema dieses Mal hieß: „Selbst-PR“:
Denn es reicht nicht aus, gut zu sein, wenn es außer Ihnen keiner weiß.

Zur Podiumsdiskussion „Nomen est omen“ mit Praxistipps für angewandte Selbst-PR durften wir begrüßen:

Carina Heinz – Geschäftsführerin Velotaxi Deutschland
Tina Umbach – Geschäftsführerin stilrad.com
Isabel Bernheimer – Galeristin
Lea-Sophie Cramer – Geschäftsführerin Amorelie.de
Andrea Kolb – Geschäftsführerin ABURY Collection GmbH
Kirsten Kappius – Director Sales and Account Management, eBay

 

Und hier ein kurzer Film über Teilnehmer-Stimmen und Stimmung

 

 

Bedenkenträger tun uns einen großen Gefallen

01. Dezember 2014

Du hast dich zu einem waghalsigen Unternehmen entschlossen. Willst deinen sicheren Beamtenposten kündigen, eine Auszeit nehmen oder ein namhaftes Unternehmen verlassen. Womöglich sogar dein Hobby zum Beruf machen. Das bringt sehr schnell Bedenkenträger auf Spur. Und sie tun uns dabei einen großen Gefallen, denn sie prüfen unsere Standhaftigkeit.

Hier ein Rat, den mein Kollege Lutz Herkenrath seinerzeit von seinem Schauspiellehrer zu hören bekam:
"Ich rate dir ab, weil es wirklich ein harter Beruf ist. Wenn du tatsächlich auf die Bühne gehörst, wirst du dich sowieso nicht an meinen Rat halten. Wenn du ein bisschen unsicher bist, ob ich womöglich recht habe, dann halte dich an meinen Rat, er wird dir eine Menge Ärger und Leid ersparen."

Lutz Herkenrath hatte verstanden, wurde erfolgreicher Schauspieler und später auch Coach, Trainer und Autor.
Sein Buch: "Böse Mädchen kommen in die Chefetage. Strategien für mehr Durchsetzungsvermögen."  Lutz Herkenrath. Ariston. € 16,99. Ein kostbares Buch mit erfrischend anderen Beispielen und Zitaten. Kaufen, lesen und anwenden. Denn nach Franz Kafka lernt man durch Übungen in der Pfütze das Matrosenleben nicht.