Als Coach kann man vieles sein: Sparringspartnerin, Gedankenstrukturierer, Organisationshilfe, Inspirationsquelle, Konfliktberatung, Feedbackgeberin, Trostpflaster, Potenzialerkennerin. In erster Linie arbeitet der Coach natürlich mit Fragen: Wo willst du hin? Wohin keinesfalls? Was wünscht du dir? Wo liegen deine Kompetenzen und Talente? Was brauchst du? Wer oder was könnte dir eine große Hilfe sein?
Auch Hebamme bin ich als Coach immer wieder.
Es bereitet mir diebisches Vergnügen, wenn ich es miterleben kann, wie aus einer Idee eine Tatsache wird. Wenn sich herausstellt, dass es nur dann schwer ist, wenn man nicht anfängt.
Und so freue ich mich riesig, dass es endlich dieses Buch von Trauerrednerin Andrea Franken gibt: Vanilleeis zum letzten Gruß. Inspirierende Geschichten von Leben, Tod und Abschied.

Die Autorin gibt Einblicke darüber, wie sie in Absprache mit den Angehörigen Trauerfeiern konzipiert und insbesondere ihre Reden für Verstorbene vorbereitet und hält. Es geht darum, einen guten Abschied zu gestalten.
Man gewinnt so spannende Einblicke in unbekanntes Terrain. So schreibt die Autorin: „Es berührt mich, was manche Bestatter tun, wenn sie einen im Krankenhaus Verstorbenen in ihr Institut überführen: sie wählen eine Wegstrecke, die an dessen Wohnort vorbeiführt, und halten dort kurz an. Niemand steigt aus oder ein, oft wissen die Angehörigen noch nicht einmal, dass der Wagen vor der Tür steht. Dieses Innehalten ist eine Bezeugung von Respekt für jemanden, dem es nicht vergönnt war, daheim zu sterben.“
Man erfährt:
Wie hält man eine Trauerrede für Menschen, die nicht besonders gutherzig waren?
„Dürfen“ wir als Hinterbliebene uns von dem Ortsüblichen unterscheiden?
„Dürfen“ demente Ehepartner bei der Trauerfeier dabei sein?
Sollten Kinder bei der Trauerfeier dabei sein? Ja, sagt die Autorin, denn Kinder begreifen immer nur so viel, wie ihr Alter es ihnen erlaubt.
„In den letzten Jahren ist es schick geworden, rund um die Geburt eines Kindes einen enormen Aufwand zu betreiben…Der letzte Abschnitt eines Menschenlebens verdient ebenso Aufmerksamkeit wie die Geburt“.
Als Coach frage ich meine Kundinnen und Kunden regelmäßig: wie wollen Sie in Erinnerung bleiben? Damit beziehe ich mich auf eine anstehende Rede, eine Verhandlung oder auf ein Vorstellungsgespräch.
Durch das Buch von Andrea Franken wurde mir klar, dass diese Frage genauso relevant für unser gesamtes Leben ist: Wie will ich in Erinnerung bleiben?
Das Buch hat mich mächtig inspiriert und zum Nachdenken gebracht. Es hat mich auch unterhalten, zum Weinen und Lachen gebracht. Ein absoluter Lesetipp!
Ich wünsche euch eine wunderbare Woche!
Von Herzen
Deine und Ihre
Monika Scheddin
