Wie jedes Jahr empfehle ich dir und euch, einen ganz persönlichen Jahresabschluss zu machen als Basis für das Neue und Wünschenswerte. Wovon will ich mehr? Was darf bitteschön im alten Jahr bleiben? Was darf kommen?
Ein mir lieb gewordenes Ritual, das ich seit vielen Jahren durchführe. Gerne mit einer duftenden Tasse Tee oder einem Glas Wein. Oder – ganz verwegen – mit einem Eierlikörpunsch.
Die Fragen formuliere ich jedes Jahr leicht anders.
Immer wieder bin ich erstaunt, was ich alles bewegt und erlebt habe. Welche Überraschungen mir das Leben serviert hat und welche (ungebetenen) Aufgaben zu lösen waren.
Jede Krise, jedes Problem, jeder Fehler kann Gutes für uns bewirken, wenn wir bereit sind, daraus zu lernen.
Beantworte die Fragen möglichst zügig.
Warum? Unter Zeitdruck schalten wir das wertende Gehirn aus. Wir antworten nicht vernünftig und gerecht, sondern intuitiv und damit goldrichtig.
Wenn du magst, kannst du die Fragen im Nachhinein noch mit Bedacht ergänzen.
Vorab: Welche Schulnote vergibst du deinem Jahr 2025?
- Was hat dich riesig gefreut / zum Lächeln gebracht / verblüfft?
- Was hast du 2025 zum ersten Mal gemacht, was zum letzten Mal?
- Deine Erfolge
- Deine Bücher des Jahres
- Wofür bist du dankbar?
- Momente, die dich berührt haben
- Was war nicht so schön?
- Momente, in denen du gewachsen bist?
- Neue Menschen in meinem Leben
- Die schönsten Worte, die du 2025 gehört oder gelesen hast
Zum Schluss: Bleibt es bei der Schulnote, oder wird sie schlechter oder besser?
Spontan vergab ich meinem Jahr eine Drei minus. Das war mein Gefühl.
Doch dann habe ich die zehn Fragen beantwortet, zuvor meine Fotos durchforstet und meine Jahrescollage (meine persönlichen Top30-Fotos) erstellt.
Was hat dich riesig gefreut / zum Lächeln gebracht / verblüfft?
Da fällt mir als erstes der wohl lustigste Adventskalender ein, den ich je erhalten habe: meine Freundin Eike schickte mir einen, der aus 24 Duplos bestand. Zum Schießen! Leider erlebt er den 24. Dezember nicht.
Dazu natürlich tolle Aufträge und unfassbar bezaubernde Rückmeldungen meiner Kundinnen und Kunden.
Wirklich verblüfft haben mich die Stadtwerke München dieses Jahr. Ein Schreiben kurz vor Weihnachten. Keine Rechnung, sondern eine Belohnung dafür, dass ich eine treue Kundin bin, in Form von zwei Eintrittskarten fürs Schwimmbad meiner Wahl. Ich fands schön.
Was hast du 2025 zum ersten Mal gemacht, was zum letzten Mal?
Mein erstes Mal Japan (mega!). Erste Teilnahme beim „MY WAY - Der Strategie-Gipfel der Familienunternehmen“ in Berlin. Eine außerordentlich gut organisierte Konferenz mit hochkarätigen TeilnehmerInnen (und auf der Bühne) bei der ich überraschenderweise viele alte Bekannte traf. Trotzdem werde ich vermutlich gleichzeitig zum letzten Mal dabei gewesen sein.
Im Dezember habe ich mir eine Fortbildung bei Dr. Michael Bohne gegönnt. Es ging um prozessorientierte Arbeit, bei der hinderliche Gefühle oder Gedanken entwirrt und transformiert werden. Eigentlich habe ich mir bei der Anreise gedacht: Vielleicht reicht es auch langsam mal mit den jährlichen Fortbildungen. Doch schon bei der Rückreise war klar: ich werde mir den dritten und letzten Teil auch noch gönnen, denn als Coach habe ich schon immer sehr viele therapeutische Elemente für den Businessbereich übersetzt und das ist unfassbar hilfreich.
Deine Erfolge
Mein größter Erfolg liegt im persönlichen Bereich. Dank Krafttraining habe ich meine Rücken- und Knieprobleme im Sommer schnell in den Griff bekommen. Ich kann jetzt wieder geschmeidig der Tram hinterherrennen - und erwische sie in der Regel auch noch
Deine Bücher des Jahres
Dies hier sind meine fünf:
Das achte Leben von Nino Haratischwili (mein Lieblingsbuch, aber Achtung: 1280 Seiten).
Vanilleeis zum letzten Gruß von Andrea Franken (hier die ausführliche Beschreibung)
kreativ. Die Kunst zu sein. Rick Rubin. "Das Kreativ-Geheimnis des Star-Produzenten hinter Johnny Cash, Adele, Run-DMC, Jay-Z und U2.
Her last summer. Lucy Clarke. Thriller. Piper.
Schwebebahnen. Roman. Hanns-Josef Ortheil
Wofür bist du dankbar?
Für so, so vieles. Zum Beispiel für die grandiose Japan-Rundreise im März/April. Dass wir mit meiner Mutter ihren 92. Geburtstag feiern durften und dass sie so gut drauf ist. Für den runden Geburtstag meiner "ältesten" Freundin Angel. Für ganz viele wunderbare Familienmomente.
Ich bin dankbar für das Vertrauen von Christoph Wolf von indigu, Linz, mit dem ich das erste Modul seiner neuen Coaching-Ausbildung durchführen durfte. Das war toll!
Momente, die mich berührt haben
Fanden für mich meist in meiner Familie statt. Unglaublich, wie wir zusammenhalten können.
Was war nicht so schön?
Der frühe Tod meiner Kollegin und Freundin Renate Coch, der Gründerin des Kölner Comedy-Instituts.
Dass einige Firmen ihr Fortbildungsbudgets gestrichen haben. Gerade in schwierigen Zeiten braucht es Gemeinsamkeiten und Ausblick.
Momente, in denen du gewachsen bist?
Das waren genau die schwierigen, nicht so schönen Momente, in denen du entweder resignierst oder (viel besser!) neu Gas gibst. Nach dem Motto „Wenn schon anders, dann besser“ Neues auf Spur bringst.
Neue Menschen in meinem Leben
Habe ich z.B. in meinen Fortbildungen kennengelernt. Karin, Martina, Sandra – wie toll, dass es euch gibt.
Die schönsten Worte, die du 2025 gehört odergelesen hast
„Nicht die großen Individualisten tragen die Gesellschaft, es sind all jene, die in den Läden Dinge verkaufen, Menschen pflegen, Kinder unterrichten, Kaputtes reparieren und Neues bauen oder schlicht die Straße reinigen. … Alle, die ihren Individualismus zur höchsten Blüte treiben, profitieren von jenen, die es nicht tun.“ Daniela Krien, Schriftstellerin in der SZ
Zum Schluss: Bleibt es bei der Schulnote, oder wird sie schlechter oder besser?
Obwohl ich meine eigene Frage natürlich kenne, bin ich doch überrascht, dass aus der drei minus eine satte „2“ mit Herz wurde.
Viel Freude mit DEINEM persönlichen Jahresabschluss
wünscht von Herzen
Deine und Ihre
Monika Scheddin
